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Modellierung des drucktechnischen Verhaltens im Bogenoffsetdruck auf Basis der messbaren Papiereigenschaften

Kurzbezeichnung: Modellierung des drucktechnischen Verhaltens

Fogra-Nr. 42.028
Projektleiter: J. Gemeinhardt
Förderung: BMWi (IGF) über AiF
Partner: bvdm

 

Laufzeit: 01.02.2016 - 01.04.2018

Aufgabenstellung und Relevanz

Im Rahmen des Forschungsvorhabens sollen die papierseitigen Einflussfaktoren auf die Volltonfärbung und die Tonwertzunahmen genau identifiziert und als Vorschlag zur Aufnahme in die ISO 15397 eingebracht werden. Diese Norm legt die zwischen Hersteller und Druckerei zu kommunizierenden Papiereigenschaften fest und ermöglicht somit eine Art Eingangskontrolle, mit der potenzielle Druckprobleme bereits im Vorfeld erkannt werden können.

Durch eine Quantifizierung der Zusammenhänge sollen weiterhin gezielte Voreinstellungen der Maschine in Bezug auf die Volltonfärbung sowie gezielte Anpassungen der Tonwertzunahmen im CtP-RIP in Abhängigkeit des verwendeten Papiers ermöglicht werden.

Jürgen Gemeinhardt

Abteilungsleiter Drucktechnik

+49 89 431 82 - 256

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Lösungsweg

Für die Untersuchungen wird eine Auswahl an ungefähr 50 Bedruckstoffen getroffen. Hierbei handelt es sich um glänzend und matt gestrichene Papiere, ungestrichene Papiere, Faltschachtelkartons und eine Kunststofffolie. Diese werden unter identischen Druckbedingungen mit einer konventionellen Druckfarbe an der Bogenoffset-Druckmaschine der Fogra angedruckt. Parallel dazu erfolgt eine umfangreiche labortechnische Charakterisierung. Die Ergebnisse aus den Druck- und Laborversuchen werden auf Korrelationen untersucht.

Erzielte Ergebnisse

Für gestrichene Papiere konnte ein Zusammenhang zwischen der Volltondichte einerseits sowie dem Glanz und dem Porenvolumen andererseits hergestellt werden. Demnach fallen die Dichten umso größer aus, je höher der Glanz und das Porenvolumen sind. Anstelle des Porenvolumens stellen die Sauggeschwindigkeit bei ungestrichenen Papieren und die Ölaufnahme bei Faltschachtelkartons die entscheidenden Parameter dar. Weiterhin konnte nachgewiesen werden, dass die Volltondichten am Probedruckgerät und an der Druckmaschine identisch ausfallen, wenn in beiden Fällen die gleiche Farbmenge auf den Bedruckstoff übertragen wurde.

In Bezug auf die Tonwertzunahmen bei einer einheitlichen Farbschichtdicke wurde ein linearer Zusammenhang mit dem Glanz und der Ölaufnahme festgestellt. So fallen die Tonwertzunahmen bei gestrichen Papieren und Faltschachtelkartons umso größer aus, je höher der Glanz und je niedriger die Ölaufnahme ist. Bei der Ölaufnahme verhalten sich ungestrichene Papiere gegenläufig. Ausgehend von den Ergebnissen bei einer bestimmten Schichtdicke besteht eine Proportionalität zwischen der Tonwertzunahme und der Volltondichte.